Gesundheitstipp September 2014

Wussten Sie schon, wie …

…ein Carpaltunnelsyndrom zustande kommt, was dies ist und wie man es behandeln kann?

Man versteht darunter ein Kompressionssyndrom des Nervus medianus im Bereich der Handwurzel. (der Nerv wird eingeengt und beschädigt) Der Carpaltunnel ist eine tunnelartige-, bindegewebige fest umschlossene Röhre vom Unterarm zur Hand, auf der Unterseite des Handgelenkes. Boden und Seitenwände des Tunnels werden von den Handwurzelknochen gebildet, das Dach von einem breiten Band (dem Retinaculum flexorum). Durch den Tunnel verlaufen neun Beugesehnen der Finger und der Nervus medianus. (Steuerung der Bewegung der Finger/Daumens und Weiterleitung von Empfindungen)

Ursachen:

  • konstitutionelle Enge des Carpalkanals
  • Arbeitshand meist stärker betroffen (beidseitiges Auftreten ist aber häufig)
  • manuelle Arbeit
  • Handgelenk- oder distale Unterarmfrakturen und Narbenbildungen
  • Diabetes mellitus
  • Sehnenscheidenentzündung der Fingerbeuger
  • Infektionen im Handbereich

Symptome

  • nächtlich auftretende Schmerzen oder Missempfindungen
  • Beschwerden während und vor allem nach Belastung des Handgelenks
  • bei fortschreitender Nervenschädigung -> Zunahme der Schwäche typischer Handmuskeln und Minderung des Tastgefühls
  • deutlich sichtbarer Muskelschwund im Bereich des Daumenballens, Funktionsminderung
  • (da der Nerv die Handmuskulatur nicht mehr optimal versorgen kann)
Behandlungsmöglichkeiten

Konservativ

  • Tragen von Stützverbänden oder Schienen, die den Carpaltunnel eröffnen/aufdehnen
  • Nervenmobilisation
  • Mobilisation der Handwurzelknochen
  • Aufdehnen/ Detonisieren der umliegenden Muskulatur
  • Medikamente (entzündungshemmend/entwässernd)
  • Kältetherapie -> zur Senkung der Entzündungsaktivität
  • Wärmetherapie ->Durchblutungsförderung
  • Kräftigungsübungen der Hand und Finger
Operativ

  • komplette Durchtrennung des Retinaculum flexorum (die Bandenden weichen auseinander und hierdurch ist der Carpaltunnel erweitert, der Nerv wieder entlastet!)

 

Bei bestehenden Fragen, wenden Sie sich bitte an das Physiotherapeuten Team Pro-Physio, das Ihnen gerne weiterhelfen wird.

Von Sabrina Wolinski, staatlich anerkannte Physiotherapeutin