Der Kreuzbandriss

Kreuzbandriss Pro Physio Ludwigsburg

Sport nach Kreuzbandriss

Eine Kreuzbandruptur, Kreuzbandriss,  ist eine teilweise oder vollständige Unterbrechung des vorderen oder hinteren Kreuzbandes. Ursachen für die Verletzung sind meist unglücklich auf das Knie einwirkende Dreh- und Scherbewegungen. Durch die Überdehnung des Bandes kann es zur kompletten Durchtrennung der Struktur kommen oder auch nur zu einem Anriss. Bei jungen und/oder aktiven Menschen ist eine Kreuzbandplastik, also das Ersetzen des zerstörten Bandes, angeraten. Bei älteren Menschen wird diese Verletzung meist konservativ behandelt sofern die Stabilität in Bezug auf den Einsatz des Gelenkes gewährleistet ist.

Warum ist die Reha nach der Verletzung wichtig?

Auffallend ist die stark abweichende Dauer bis zum Wiedereinstieg in den Sport. Während Profisportler schon nach sechs Monaten auf dem Platz stehen, braucht ein Amateursportler häufig ca. 12 Monate. Dazu kommt, dass 25% der Patienten die einen Kreuzbandriss erlitten haben, sich in den folgenden zwei Jahren erneut einen Kreuzbandriss zuziehen. Diese Zahl verdeutlicht die Bedeutung der anschließenden intensiven Physiotherapie und die Dauer bis zum Wiedereinstieg in den Sport.

Wie gestaltet sich die Therapie nach einem Kreuzbandriss?

Zu Beginn gilt es natürlich, die Behandlung der Verletzung richtig zu gestalten. Während bei der konservativen Therapie keine Rücksicht auf die Bewegungsgrade genommen werden muss, ist es bei der Nachbehandlung der operativen Behandlung unerlässlich. Hierbei sollte direkt nach der OP damit begonnen werden, den erlaubten Bewegungsgrad (meist 0-90°) zu erreichen. Gerade die Streckung ist wichtig, da diese für den natürlichen Gang benötigt wird. Im Krankenhaus wird meist mit einer Motorschiene nachgeholfen, welche auf die gewünschte Bewegung eingestellt wird. Zudem ist es angeraten, eine Schiene zur Sicherung und Stabilisierung des Kniegelenkes zu tragen. Diese limitiert die Bewegung und stabilisiert das Gelenk während das Knie nicht über den zur Abheilung nötigen Bewegungsradius hinaus bewegt wird.

Schon zu Beginn sollte damit begonnen werden, die Oberschenkelmuskulatur zu trainieren. Der Übungsaufbau gestaltet sich von leicht zu schwer. Begonnen wird mit isometrischen Anspannungsübungen. Es ist wichtig, sich nicht zu viel vorzunehmen, sondern in kleinen Schritten das Ziel zu erreichen. Falsche Motivation kann das Abheilen der Kreuzbandplastik verzögern oder die Struktur sogar erneut schädigen. Wenn anschließend aktive Bewegungsübungen den Trainingsplan ergänzen, können auf dem Weg zu einem höheren Schweregrad auch leichte Kniebeugen mit aufgenommen werden.
Damit aber nicht nur Kraft aufgebaut wird, sondern auch die Koordination der einzelnen Muskeln verbessert wird, müssen Gleichgewichtsübungen oder Übungen zur Verbesserung der Tiefensensibilität in den Trainingsplan eingebunden werden. Wann damit begonnen werden kann, hängt ganz von dem individuellen Heilungsverlauf ab. Meist kann aber nach ca. drei Wochen mit diesem Training begonnen werden.

Schlussendlich den Wiedereinstieg in den Sport zu wagen ist ein großer Schritt. Der richtige Zeitpunkt für die Rückkehr zum geliebten Hobby, lässt sich am besten von dem Physiotherapeuten, in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt, bestimmen. Dieser kann durch geeignete Tests die Leistungsfähigkeit der verletzten Struktur ermitteln und bewerten. Der Arzt hat dabei die Möglichkeit, den Heilungsverlauf durch bildgebende Verfahren zu bewerten.